30. Januar 2009
In Island geht’s offenbar zur Zeit nicht nur auf dem Finanzsektor rund.
Auch das Thema Walfang scheint die Nation zu beschäftigen und einmal mehr zu spalten. Während die scheidende Regierung nochmal eben schnell die Fangquoten für die kommenden fünf Jahre erhöht hat und nun 100 Minkewale und 150 Finwale auf der Abschussliste stehen, sieht die neue (Übergangs-)Regierungschefin alles ganz anders. Die Sozialdemokratin überlegt laut einem Bericht der Berliner Umschau, den Walfang künftig sogar ganz zu beenden. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
30. Januar 2009
In unregelmäßigen Abständen werden wir Audio-Podcasts mit Neuigkeiten, ersten Erfahrungen aus dem OZEANEUM und unserer Ausstellung 1:1 Riesen der Meere in den Blog integrieren. Diesmal erzählt Ausstellungsleiterin Elke Wolska-Böhm über ihre ersten Erfahrungen mit Ausstellungsbesuchern.
Einfach mal reinhören! Unseren Podcast Feed könnt Ihr hier abonnieren
29. Januar 2009
Gestern kam uns zu Ohren, dass die USA mit Japan Pläne schmiedet, den kommerziellen Walfang wieder einzuführen, um die festgefahrenen Wogen der IWC zu glätten. Am Wochenende verhandelten der amerikanische IWC-Kommissar Dr. Doug de Master und der Vorsitzende Dr. William Hogarth (beide noch Überbleibsel aus Bush-Zeiten) mit der japanischen IWC-Delegation einen Deal aus. Japan darf den Walfang in ihren Küstengewässern wieder aufnehmen, wenn sie den “wissenschaftlichen” Walfang im Südpolarmeer reduzieren. Die einzigen, die von diesem Deal profitieren, sind allerdings die Japaner. Sie könnten nämlich weiterhin Wale im Südpolarmeer fangen und zusätzlich den kommerziellen Walfang in ihren heimischen Küstengewässern wieder aufnehmen. Da dadurch im Endeffekt mehr Wale sterben würden als vorher, darf dieser Deal auf keinen Fall zustandekommen.
Aus diesem Grund muss sich der neue amerikanische Präsident Obama direkt in seiner ersten Amtswoche nicht nur um die kaputte Wirtschaft seines Landes, den Klimawandel und den Irak kümmern sondern auch um die Wale.
Greenpeace USA forderte Obama auf, einen neuen IWC-Kommissar und Vorsitzenden einzusetzen. Aufgrund der brisanten Lage innerhalb der IWC sind Fachleute mit außenpolitischen Erfahrungen und großem diplomatischen Geschick gefordert.
Eine Rückkehr Japans zum kommerziellen Walfang ist vollkommen inakzeptable, das finden nicht nur wir sondern auch Obama vor seinem Amtsantritt.
Die japanische Walfanglobby ist stark und ihre Forderungen werden immer dreister. Jeder Jahr erhöht Japan seine selbst ernannten Quoten, den Deal für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs bereitet die Delegation schon seit Jahren vor, und gegen Widersacher wird hart durchgegriffen, wie die Verhaftung unserer beiden Aktivisten Junichi und Toru zeigte.
Um so wichtiger ist es für Greenpeace, direkt in Japan vor Ort zu sein, um die Menschen über die Missstände in ihrem Land aufzuklären und ihnen zu zeigen, wie sie mit Greenpeace zusammen etwas für die Umwelt und ihr Land erreichen können. Aus diesem Grund eröffnete Greenpeace Japan in der Hafenstadt Aomori ein Kommunikationszentrum. In dem Fischerei- und Walfangort Aomori kann die Bevölkerung von nun an mit Greenpeace über Umweltthemen diskutieren. Schlüsselthemen werden natürlich der Meeresschutz und das japanische Walfangprogramm im Südpolarmeer sein.
In Aomori wird auch der Prozess gegen unsere beiden Aktivisten, die im Mai letzten Jahres den Walfleischschmuggel im Rahmen des japanischen Walfangprogramms aufdeckten, stattfinden.
22. Januar 2009

Frank Hormann | Greenpeace - Präparat eines Riesenkalmars im Deutschen Meeresmuseum Stralsund
Es tut sich wieder etwas in der Ausstellung “1:1 Riesen der Meere” im OZEANEUM in Stralsund.Das Originalexponat eines Riesenkalmars wurde kürzlich vom MEERESMUSEUM in das OZEANEUM übergesiedelt.
Das Originalexponat der Gattung Architeuthis war nach seiner Ankunft aus Neuseeland und anschließender Präparation seit Winter 2005 im Stralsunder MEERESMUSEUM zu sehen. Wie schon die Bezeichnung Riesenkalmar verrät, war das etwa 49 Kilogramm schwere Flüssigpräparat seither für die Ausstellung “1:1 Riesen der Meere” im OZEANEUM eingeplant. Das OZEANEUM in Stralsund ist die einzige Einrichtung in Deutschland, die ein solches Exponat zeigt.
Für den Umzug seines fast sechs Meter langen und 700 Kilogramm schweren Glasbeckens aus dem verwinkelten Standort im historischen Katharinenkloster mussten gleich 18 Mitarbeiter des MEERESMUSEUMs und OZEANEUMs mit anpacken. Nach einer erfolgreichen Dichtigkeitsprüfung wurde das Tier männlichen Geschlechts wieder in seinem mit 1.500 Litern Formalin gefüllten Glasbecken fixiert.
Das Originalexponat von Architeuthis ergänzt nun ganz plastisch die faszinierende Ausstellung “1:1 Riesen der Meere”, in der auch das zehn Meter lange Modell eines Riesenkalmars im Kampf mit einem Pottwal zu sehen ist. Riesenkalmare können bis zu 18 Meter lang werden und bis zu einer Tonne wiegen. Sie gehören zu den Kopffüßern und leben in der Tiefsee.
21. Januar 2009
Mittlerweile sind wir schon fünf Tage auf der boot in Düsseldorf und informieren, diskutieren und sammeln weiter Unterstützer für unsere japanischen Kollegen Junichi Sato und Toru Suzuki. Jeden Tag kommen zwischen 150 und 200 neue Unterstützer dazu. Für Junichi und Toru ist das sehr wichtig. Sie sehen, dass wir auch weiterhin etwas für sie tun.
Greenpeace nutzt die Messe seit Jahren, um auf die aktuellen Probleme der Meere und deren Lebewesen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr stehen neben unseren japanischen Kollegen die Meeresschutzgebiete und der Fischratgeber im Mittelpunkt unserer Informationen.
Während der letzten Tage war ich auf der boot unterwegs und habe eine kleine Besucherbefragung gemacht, hören Sie doch mal in unseren neuen Podcast rein!
Meinungen von der boot
19. Januar 2009

Greenpeace auf der boot
Die Messe hat am Samstag um 10 Uhr ihre Türen geöffnet und trotz Wirtschaftskrise strömten die Massen durch die Hallen. Die Taucherhalle (Halle3) ist erfahrungsgemäß immer gut besucht, was auch am ersten Wochenende der Fall war. Wir konnten rund 300 Besucher zu einer Unterschrift für unsere japanischen Kollegen bewegen, vielen Besuchern war die Situation unserer japanischen Kollegen Junichi Sato und Toru Suzuki gar nicht bewusst.
Kurzes up date: Am heutigen Tag mussten beide Seiten ihre Beweise bei der Staatsanwaltschaft in Aomori einreichen und am 13. Februar findet die erste Anhörung in Aomori statt. Wir werden darüber berichten.
Und eine weitere Neuigkeit hat uns soeben erreicht: Die “Yushin Maru 2 „ hat Indonesien bereits wieder verlassen, zurzeit ist nicht klar, ob das Walfangschiff repariert wurde und wohin es jetzt fährt. Dazu gibt es momentan widersprüchliche Aussagen.
Mehr dazu in Kürze.
16. Januar 2009

Yushin Maru 2
Von unseren internationalen Kollegen erfahren wir gerade, dass ein Jagdschiff der japanischen Walfangflotte in einen indonesischen Hafen eingelaufen ist. Derzeit liegt die “Yushin Maru 2″ in Surabaya, Ost-Java, und soll dort repariert werden.
Nach Recherchen unserer indonesischen Kollegen ist der Jäger an Propeller und Ruder beschädigt. Zudem soll das Navigationssystem nicht funktionieren. Nach Aussagen von Behördenvertretern vor Ort soll das Fängerschiff nicht zur Flotte ins Südpolarmeer sondern nach Japan zurückkehren. Sollte sich die “Yushin Maru 2″ tatsächlich nach Japan auf den Weg machen, könnte es für die restliche Walfangflotte schwierig werden, ihre diesjährige Fangquote zu erfüllen.
Nicht das erste Mal: Bereits im Februar 2007 musste die Fangflotte wegen eines Brandes auf ihrem Mutterschiff, der “Nisshin Maru”, frühzeitig nach Japan zurückkehren. 2008 wurde das Versorgungsschiff der Flotte, die “Oriental Bluebird” ausgeflaggt, weil es keine Eisklasse hat und in den Gewässern des Südpolarmeeres nicht fahren darf.
Selbst die Schiffe scheinen nicht mehr ins Südpolarmeer fahren zu wollen. Es wird mehr als Zeit, dass Japan seine Walfangflotte verschrottet!
15. Januar 2009
Seit gut 10 Jahren sind wir mit einem kleinen Stand auf der internationalen Bootsausstellung in Düsseldorf vertreten, um die meeresbegeisterten Besucher über die ökologischen Probleme der Meere zu informieren und zum Handeln zu motivieren. Ab Samstag, den 17. Januar, sind wir in der Halle 3, der sogenannten Taucherhalle zu finden (Stand H 93). Täglich von 10-18 Uhr.
Im Fokus haben wir in diesem Jahr das Thema Meeresschutzgebiete und natürlich die Riesen der Meere in Stralsund. Denn: Ozeane bedecken 70 Prozent unserer Erde. Von der Wasseroberfläche bis in zehntausend Meter Tiefe, von der Küste bis zur Hohen See findet sich eine unzählige Vielfalt an Lebensräumen und Meeresorganismen. Doch die schonungslose Ausbeutung und Zerstörung der Meere führt dazu, dass Tier- und Pflanzenarten sowie einzigartige Lebensräume unwiederbringlich verschwinden. Greenpeace setzt sich deshalb weltweit für ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten ein - eine Chance, die Ozeane zu retten. Die Riesen der Meere sind genauso von der Fischerei, der Öl-und Gasförderung, der Einleitung von Giften und radioaktiven Stoffen betroffen , wie andere Meereslebewesen auch. Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat vor kurzem das größte Meeresschutzgebiet der Welt im Pazifik ausgerufen.
Auf der BOOT können sich die Besucher zu diesem Thema diverse Filmbeiträge ansehen, Informationsmaterial mitnehmen.
Eine kleine Attraktion wartet auf interessierte Besucher: Wir haben eine original Minkewalbarte, einen Teil des Unterkiefers, sowie Pottwalzähne zum Anschauen und Anfassen vor Ort.
Und am Tauchturm halten wir Vorträge: 18.1. /15:40 Uhr, 23.1. /15:10 Uhr und 24.1. /15:40 Uhr.
Wer Lust und Zeit hat, sollte den Weg an unseren Stand nicht scheuen. Wir stehen gerne für Gespräche zur Verfügung.
BOOT 2009, Messegelände Düsseldorf
17.1.-25.1.2009
täglich 10-18 Uhr
Greenpeace in Halle 3, Stand H 93
10. Januar 2009
Mit dem größten Meeresschutzgebiet der Welt hat sich der fast schon Ex-US-Präsident Bush endlich mal einen positiven Superlativ zugelegt. Nie zuvor hat ein Mensch so viel Natur unter Schutz gestellt wie er. 60 % des Gebietes sollen nutzungsfrei sein, das bedeutet frei von kommerzieller Fischerei und dem Abbau von Rohstoffen. Damit hat Bush etwas geschafft, von dem das “saubere” Deutschland nur träumen kann.
Meeresschutzgebiete bestehen bei uns nämlich bisher nur auf dem Papier. So sind im Meeresschutzgebiet “Sylter Aussenriff” immer noch alle Formen der Fischerei sowie der Abbau von Sand und Kies erlaubt. Greenpeace fordert, dass mindestens 40 % der Weltmeere von nutzungsfreien Meeresschutzgebieten bedeckt sind. Nur so hat das Meer eine Chance, sich von der Ausbeutung durch den Menschen zu erholen.
Tja schade nur, dass Schutzgebiete das Meer nicht vor seiner größten Bedrohung - dem Klimawandel - schützen können und das war ja Bushs Spezialgebiet. Das Meer hat bis jetzt zwar etwa die Hälfte des menschengemachten CO2 aufgenommen, aber nicht ohne Konsequenzen. Vor Übersäuerung und Temperaturanstieg bewahren selbst Schutzgebiete nicht.
Also, Mister President, danke für das Schutzgebiet, aber das Image der Klimasau werden Sie auch damit nicht mehr los.