18. November 2008
Die internationale Wal- und Delfinschutzgesellschaft WDCS berichtet: Von den einst rund 265 000 Blauwalen der südlichen Hemisphäre leben heute in der Antarktis noch geschätzte 2 280 Exemplare dieses weltweit größten Säugetieres.
Die größten Bedrohungen für die Wale sind Überfischung, Klimawandel, Unterwasserlärm und bei den Blauwalen inzwischen auch mangelndes Genmaterial. Falls sich die wenigen Blauwale in den Weiten der Ozeane überhaupt zur Paarung finden, existiert wohl schon heute zu wenig Genmaterial um ein Überleben der Art zu sichern.
17. November 2008
Das Fabrikschiff der japanischen Walfangflotte, die Nisshin Maru, hat gemeinsam mit einem zweiten Schiff der Flotte den Hafen im japanischen Innoshima verlassen. Der Rest der Flotte liegt noch in Shimonoseki. Wir erwarten, dass der Rest auch ausläuft und sich mit der Nisshin Maru auf dem Weg ins Südpolarmeer trifft. Aktivisten von Greenpeace Japan haben heute Morgen vor Ort gegen das Auslaufen der Flotte protestiert und den Start der Walfangsaison so bekannt gemacht. Eigentlich wollten die Japaner still und heimlich in die Antartkis verschwinden nachdem alle sonst üblichen Feierlichkeiten abgesagt worden waren.
935 Minkewale und 50 vom Aussterben bedrohte Finnwale stehen auf der Abschussliste. Erstmals in ihrer Geschichte musste die japanische Walfangflotte in diesem Jahr mit ausländischen Crew-Mitgliedern auslaufen. Hintergrund ist die Aufdeckung des Walfleisch-Skandals im Mai diesen Jahres durch Greenpeace. Danach hatten zahlreiche Arbeiter ihre erneute Mitfahrt verweigert. Die beiden Greenpeacer Junichi und Toru, die den Skandal aufgedeckt haben, stehen seit inzwischen 145 Tagen unter Hausarrest. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Nach dem Ausflaggen der Oriental Bluebird, dem Versorgungsschiff der Flotte, durch Panama ist dessen Ersatz weiter unklar.
Nun will Australien mit einem eigenen drei Millionen Euro schweren Forschungsprogramm starten, bei dem kein einziger Wal zu Schaden kommen soll. Damit wolle man Japan beweisen, dass wissenschaftliche Ergebnisse „auch ohne den Einsatz von Harpunen“ erzielt werden könnten, sagte Umweltminister Peter Garrett. Einsetzen will man vor allem modernste Satellitentechnik für Überwachungen aus der Luft.
13. November 2008
Nach nur vier Monaten wurde heute der 500.000ste Besucher im OZEANEUM begrüßt – eine stolze Leistung der gesamten Museumsmannschaft. Herzlichen Glückwunsch! Zuerst die anstrengenden Monate vor der Eröffnung am 11. Juli 2008 durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und dann die Monate mit den restlichen Arbeiten haben dem Team rund um Direktor Dr. Benke einiges abgefordert.
Auch in der Ausstellung 1:1 Riesen der Meere wurde einiges ergänzt, das Pottwal-Model inkl. Riesenkalmar stellt die auffälligste Veränderung dar. Mittlerweile sind 7.000 Meeresbewohner, die den natürlichen Lebensraum zwischen Ostsee und Polarmeer nachbilden, in die 30 Aquarien eingezogen. Im großen Schwarmfischbecken ziehen rund 1.400 Heringe ihre Runden.
Vielleicht an dieser Stelle schon ein Hinweis in eigener Sache: Am 3.Adventswochenende (13. und 14. Dezember) wird Greenpeace noch einmal Aktionstage im OZEANEUM veranstalten. Unsere Kollegen freuen sich über viele interessierte Besucher, die aktuelle Informationen zu Meeresthemen erhalten wollen.
Also vormerken: 13. und 14. Dezember Greenpeace im OZEANEUM
11. November 2008
Olav Olavsen, der Kapitän des bekannten norwegischen Walfangschiffes “Nybræna” hat angekündigt, nicht mehr auf die Jagd nach Walen zu gehen. Die Abkehr vom Walfang liegt in Norwegen im Trend: 10 Prozent der Flotte sind zwischen 2003 und 2007 bereits ausgestiegen. Die diesjährige Walfangsaison musste früher als angekündigt zu Ende gehen, da es einfach keinen Markt für Walfleisch gibt - weder in Norwegen noch anderswo. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Entscheidung, Herr Olavsen!
4. November 2008
Die Entscheidung auf internationaler Ebene ist getroffen. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten wird in diesem Jahr in Japan liegen. Und ja, das heißt leider auch, dass wir in dieser Saison nicht ins Südpolarmeer fahren.
Da der Walfang nur durch die japanische Regierung in Tokio gestoppt werden kann, werden wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die Entwicklung in Japan richten. Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Arbeit wird der politisch motivierte Prozess gegen zwei unser japanischen Aktivisten sein.
Junichi Sato und Toru Suzuki hatten im Mai den größten Walfleisch-Skandal in der Geschichte des japanischen Walfangs aufgedeckt. Crewmitglieder der japanischen Walfangflotte haben unter Duldung der Walfang-Firma sowie der zuständigen Behörden mehrere hundert Kilo Walfleisch von Bord der “Nisshin Maru” geschmuggelt und auf eigene Rechnung verkauft. Doch der Handel mit Walfleisch ist illegal.
Zur Beweissicherung hatten Junichi Sato und Toru Suzuki der japanischen Staatsanwaltschaft eine Kiste mit Walfleisch übergeben. Daraufhin landeten sie 26 Tage in Untersuchungshaft und wurden anschließend unter Arrest gestellt. Ihnen wird nun Diebstahl von Walfleisch vorgeworfen und es drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die wahren Schuldigen bleiben unangetastet. Das Verfahren gegen die Walfänger ist eingestellt worden.
Seit Jahrzehnten arbeiten wir auf politischer Ebene und mit konfrontativen Protesten für den weltweiten Schutz der Wale. Das wird sich auch zukünftig nicht ändern. Trotz der aktuellen Entscheidung behalten wir uns vor, jederzeit wieder ins Südpolarmeer zu fahren. Und hören die Japaner nicht endlich auf Wale zu jagen, werden wir ihre Walfangflotte auch wieder im Südpolarmeer stellen.
Wer sich auch schuldig erklären will, für den Schutz der Wale zu kämpfen, kann das auf der Seite von Greenpeace International machen.