Am Donnerstagmorgen gegen 11 Uhr wurde das Modell des Blauwals in der Fertigungshalle in Wendorf gewogen, damit wir später sicher gehen können, dass der Blauwal an den drei vorgesehenen Hängepunkten (einer hinten und zwei vorne) auch in der Halle “Riesen der Meere” sicher und ohne Komplikationen hängen kann. Ihr werdet Euch jetzt vielleicht fragen, wie wird denn ein Modell mit einem Gewicht von ca. 9 Tonnen gewogen. Für diese Zwecke gibt es eine so genannte Hängezugwaage, die wird zwischen Kranhaken und den Modellhängepunkt montiert, und zeigt dann das Gewicht bis auf ein Kilo genau an. Der Rumpf wurde mit 8,5 Tonnen registriert, die Flipper haben noch 190 kg auf die Waage gebracht und die Fluke schlug mit 95 kg zu Buche. Diese Art von Waage wird ansonsten für das Wiegen von Glocken eingesetzt.
Wir haben zum Zweck der Kontrolle und weil dies Vorgaben von Seiten des Prüfstatikers sind, ein unabhängiges Ingenieurbüro mit der Beaufsichtigung und Protokollerstellung beauftragt. Im Gegensatz zu seinen lebenden Zeitgenossen ist unser Blauwal noch ein „Leichtgewicht“, ein 26 m langer Blauwal wiegt locker weit über 100 Tonnen.
Und noch kurz zu unserem Aktionstag zum Thema Internationale Walfang-Kommission (IWC): Wir wollen den dänischen Umweltminister dazu bewegen auf der IWC für ein südatlantisches Walschutzgebiet zu stimmen. Helft uns dabei und sendet ein Protestmail an Herrn Poulsen!
Der letzte Film hat Euch ja schon einen guten Einblick in unsere Arbeit für die Ausstellung Riesen der Meere im OZEANEUM in Stralsund gegeben.
Nun will ich noch etwas ins Detail gehen, was wir so an Kommunikationsmaßnahmen planen, damit auch möglichst viele Besucher den Weg nach Stralsund ins OZEANEUM finden. Die Großplakate werden vor allem in Wismar, Rostock, Schwerin, auf Rügen und natürlich in Stralsund zu sehen sein.
In Hamburg habt Ihr zurzeit auf dem Hamburger Rathausmarkt die Möglichkeit unseren Kinospot beim Open-Air Festival zu sehen. Warum in Hamburg werden sich vielleicht einige von Euch fragen? Die Antwort lautet: Von Hamburg nach Stralsund beträgt die Fahrzeit mit der Bahn gerade mal drei Stunden und ist somit bequem und klimaschonend zu schaffen. Dann muss man noch ca. 20 Minuten Fußmarsch in Kauf nehmen und schon ist das OZEANEUM in Sicht. Der Spaziergang durch die Altstadt von Stralsund ist sehr interessant, insbesondere da die Altstädte von Stralsund und Wismar zum UNESCO Welterbe der Menschheit gehören.
Wenn Ihr in den Sommermonaten mit der Deutschen Bundesbahn Richtung Hamburg oder Stralsund unterwegs seit, kann es sein, dass Ihr unsere kleineren Plakate auch in den IC-Zügen erblickt.
Zusätzlich werden in Hamburg und Berlin, die sogenannten Infoscreens in den U-Bahnen mit einem kleinen Spot bestückt sein und beim Warten auf die S-Bahn kann Euch dieser Spot auch begegnen. Neben der Konzeption und Realisierung dieser Maßnahmen sind wir zurzeit intensiv damit beschäftigt den Transport des Blauwals in die Halle „Riesen der Meere“ vorzubereiten.
Ich werde Euch in Kürze mehr dazu berichten können …
Bereits letzten Mittwoch wollten wir euch zeigen, wie hier in der Zentrale von Greenpeace Deutschland an der Ausstellung Riesen der Meere gearbeitet wird. Danach wollten wir unseren Meereskampaigner Thilo vorstellen. Aber nix da. Der Walfleischskandal flatterte ins Haus und es machte Sinn, das Interview mit Thilo vorzuziehen.
Heute gibt es nun endlich das Video aus unserem Hamburger Büro. Zwar endet es aus erwähnten Gründen mit der Ankündigung zu Thilos Interview, die nächsten bewegten Bilder kommen aber dann wieder aus Stralsund. Denn heute fangen die Künstler von Theaterplastiker Peter Ardelt an, die lebensechte Farbgebung für das Blauwal-Modell zu gestalten und das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.
Zuletzt noch ein Tipp: Das Deutsche Meeresmuseum ist seit letzter Woche mit seinen neuen Internet-Kinderseiten online. Hier gibt es viel Wissenswertes und Kreatives zu OZEANEUM, Ozeanriesen und Meer.
Tür auf, Tür zu - ein Kommen und Gehen. Der Raum unseres Meeresteams hier im Hamburger Büro von Greenpeace Deutschland war diese Woche eher ein Durchgangszimmer und meistens halb verlassen. Der Walfleischskandal führte unsere Meereskampaigner nach Berlin und die “Riesen der Meere”-Ausstellung erwartete Angela und mich in Stralsund. Thilo (unser Walkampaigner, s. Video) hab ich Dienstag das letzte Mal gesehen. Er kam gerade aus unserem Aktionslager zurück; er hatte die alte Harpunenkanone als Symbol für den japanischen Walfang mit nach Berlin nehmen wollen. “Leider konnte ich nur die Harpune einpacken - im Kanonenrohr ist ein Meisennest”, grinste er. Die Meisen werden sich über seinen Verzicht gefreut haben und der Protest in Berlin verlief auch ohne Rohr reibungslos.
Ebenso reibungslos verlief unsere Visite in Stralsund. In knapp zwei Wochen geht das 26 Meter lange Blauwalmodell auf seine wahrscheinlich letzte Reise und zieht von seinem Fertigungsort zum ca. sieben Kilometer entfernten OZEANEUM um. Mehr als acht Tonnen wird der blaue Riese wohl am Ende auf die Waage bringen - ein solcher Schwertransport bedarf einiger Vorbereitungen, wir werden berichten.
Der Wal genießt derweil die letzte Massage durch Pinsel und Malerrollen. Die Grundierung für den Brandschutz war bei unserem Besuch fast fertig, Fluke und Flipper für den Transport schon entfernt. Seine Augen hat er schon und in ein paar Tagen wird er dann wie ein richtiger Blauwal aussehen.
Aus Japan kommen dagegen gute Nachrichten, zumal sich eine unserer wesentlichen Forderungen zu erfüllen scheint:
Nachdem unsere Recherchen darauf hindeuten, dass an Bord der japanischen Walfangflotte Walfleisch unterschlagen wird, wird die Staatsanwaltschaft Tokio jetzt die Vorkommnisse untersuchen!
So lange die Untersuchungen laufen, muss die japanische Regierung eigentlich die Walfangerlaubnis zurück ziehen und die damit verbundenen Subventionen stoppen. Ob sie diesen Forderungen nachkommt, hängt aber sicher auch vom internationalen Druck ab. Es ist daher weiterhin wichtig, gegen den Walfang zu protestieren. Auch wir tun das heute. Greenpeace Aktivisten stehen gerade vor der japanischen Botschaft in Berlin (Hiroshimastraße 6, falls Ihr dabei sein wollt). Sie fordern den japanischen Botschafter auf, sich zuhause für eine lückenlose Untersuchung des Skandals stark zu machen. Außerdem verlangen wir von Japan, dem sinnlosen Abschlachten der Wale endlich ein Ende zu setzen.
Eigentlich wollten wir Euch heute per Video zeigen, wie wir hier in der Greenpeace Zentrale Deutschland an unserer Ausstellung Riesen der Meere arbeiten. Aus aktuellem Anlass ziehen wir aber ein Interview mit unserem Walkampaigner Thilo Maack vor, in dem Thilo mehr zum aktuellen Walfleisch-Skandal erzählt. Angela, Conny und Tom im Büro zeigen wir euch dann später.
Der Skandal hat in Japan heute weiter große Wellen geschlagen. Die größte Tageszeitung der Welt “The Asahi Shimbun” berichtete über die Widersprüche, in die sich inzwischen die Walfangfirma “Kyodo Senpaku” verstrickt hat. Die Firma hat nun zugegeben, Walfleisch als “Gratifikation” an ihre Mitarbeiter an Bord verschenkt zu haben.
Die Geschichte läuft in den japanischen Medien auf allen Kanälen während aller Nachrichten rauf und runter. Die Website von Greenpeace Japan ist so stark frequentiert wie nie zuvor. Im Kreuzfeuer der Medien stehen die Fischereibehörde, das Institut für Walforschung und “Kyodo Senpaku”. Auch in Deutschland haben die Medien den Skandal aufgegriffen.
Bitte macht mit bei der Email-Protestaktion. Wir haben jetzt vielleicht die Chance, den antarktischen Walfang für immer zu beenden und brauchen jede einzelne Email.
55 Tonnen Walfleisch im Wert von bis zu zwei Millionen Dollar könnten die japanischen Walfänger von Bord der “Nisshin Maru” geschmuggelt und auf eigene Rechnung verkauft haben. Das ist allein die Menge aus der diesjährigen Fangsaison.
Nach Aussage eines früheren Bordmitglieds jedoch war die Verteilung von Walfleisch an die Besatzung auch in früheren Jahren gängige Praxis. Bis zu 120 Mitglieder der 150 Mann starken Flottenbesatzung beteiligten sich an diesen Unterschlagungen. Und die anwesenden “Aufpasser” der Walfangfirma und der Behörden schauten weg. Das sieht nach einem offiziellen Belohnungssystem aus. Die Beschuldigten selbst verwickeln sich in Widersprüche.
Greenpeace Japan fordert nun, dass sich das japanische Parlament mit diesem Skandal beschäftigt. Und wir haben ein Protest-Mail an den japanischen Premierminister Fukuda und Außenminister Koumura vorbereitet, mit der Ihr unsere Arbeit unterstützen könnt.
Die größte japanische Zeitung “The Asahi Shimbun” berichtet heute Morgen als Erste über den Walfleisch-Skandal. Sie schreibt: “Ein ICR- (das Walfang Institut d.Red.) Offizieller bestätigte, dass jedes der rund 250 Besatzungsmitglieder der Walfangflotte mehrere Kilogramm Walfleisch als Bonus erhält.” Die japanische Fischereibehörde kritisierte diese Praxis. “The Asahi Shimbun” zitiert einen Mitarbeiter mit den Worten: “Es sollte verboten werden, Walfleisch als Geschenk an die Mannschaft zu verteilen. Falls die Besatzungsmitglieder wirklich eine größere Menge Walfleisch von Bord gebracht haben, liegt die Vermutung nahe, aus Profitgier gehandelt zu haben.”
Ein früheres Besatzungsmitglied erinnert sich in einem Interview mit der Zeitung, dass es schon vor Jahren üblich war, sich beim Zerlegen der Wale das beste Fleisch heraus zu schneiden und in der eigenen Kabine zu verarbeiten und zu lagern.
Greenpeace Japan hat heute Morgen auf einer Pressekonferenz in Tokio einen der größten Skandale in der japanischen Walfang-Geschichte aufgedeckt: in vier Monaten Recherche haben die japanischen Aktivisten genügend Beweise dafür sammeln können, dass Besatzungsmitglieder des Fangschiffes “Nisshin Maru” mit Zustimmung der Walfang-Firma und der japanischen Behörden Walfleisch unterschlagen und auf eigene Rechnung verkauft haben.
Am 15. April diesen Jahres hat GP Japan dokumentiert, wie zahlreiche als persönliches Gepäck der Besatzung deklarierte Kartons unter den Augen der verantwortlichen Firma “Kyodo Senpaku” von der “Nisshin Maru” abgeladen wurden. Die Aktivisten haben die Ladung verfolgt und einen der Kartons sicher gestellt. Darin verpackt waren mehr als 23 Kilo gesalzenen Walfleisches mit einem Marktwert von bis zu 3000 US-Dollar. Das Fleisch wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.
Nach Aussagen von Informanten schmuggeln Besatzungsmitglieder bis zu 20 solcher Kartons von Bord - Walfleisch im Wert von bis zu 60.000 US-Dollar. Das Fleisch wird an Händler übergeben und landet schließlich in den Spezialitätenrestaurants.
Auch das Institut für Walforschung “ICR” soll davon wissen. Es ist für den so genannten “wissenschaftlichen Walfang” verantwortlich und finanziert sich ausschließlich aus Steuergeldern und dem offiziellen Verkauf von Walfleisch. Der jährliche Walfang im antarktischen Schutzgebiet wird von der japanischen Regierung mit Steuergeldern und dem offiziellen Verkauf des Walfleisches subventioniert. Alles, was auf diese Art illegal verkauft wurde, geht also nicht nur zu Lasten der Wale, sondern auch zu Lasten der japanischen Steuerzahler. Was Ihr dagegen unternehmen könnt.
Die Arbeiten am Blauwal und an der Buckelwalmutter laufen auf Hochtouren. Gerade trocknet die Verspachtelung des Blauwals, die dem Modell seine glatte Oberfläche gibt. Anschließend pinseln die Arbeiter der Firma Peter Ardelt Figurenbau aus Dresden die graue Brandschutzfarbe auf den riesigen Walkörper bevor das glasfaserverstärkte Polyesterharz aufgetragen wird. Das passiert im Drei-Schicht-Verfahren per Hand: Glasfasermatten und Polyester wechseln sich ab, dann verschleifen die Modellbauer die Schichten miteinander. Danach bekommt der Blauwal noch einmal Brandschutzfarbe und schließlich wird er lebensecht bemalt. Auch die Buckelwalmutter macht Fortschritte im Figurenbau und bekommt bald ihre Oberflächenverspachtelung.
Neues aus der Internationalen Walfangkommission: Nicaragua hat seine Schulden bezahlt und ist somit bei der nächsten IWC Tagung (23.-26.6.) in Chile wieder stimmberechtigt. Vor einigen Jahren wäre dies noch eine schlechte Nachricht gewesen, da Nicaragua damals die japanische Walfangpolitik unterstützte. Heute jedoch hat auch Nicaragua kapiert, dass Whale Watching besser für das Land und besser für die Tiere ist. Greenpeace fordert die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik - macht mit!
Übrigens: Das OZEANEUM in Stralsund sucht noch bis Donnerstag (15.5.) freie Mitarbeiter für Führungen und andere Besucherangebote. Wer Interesse hat, kann sich unter info@ozeaneum.de bewerben oder erstmal auf der Website informieren.